Hat auch die Politik Schuld auf sich geladen?

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„Mein aufrichtiges Beileid für die Angehörigen nach dieser unfassbaren Tat“, sagt MFG-Jugendbeauftragte Dagmar Häusler zum schrecklichen mutmaßlichen Mord an einer 19-Jährigen in Bad Leonfelden. Obwohl noch einige Hintergründe offen sind, dürfte u.a. die Spielsucht des Verdächtigen das Hauptmotiv gewesen sein. Weil das Opfer nicht mehr mit ins Casino nach Tschechien fahren wollte, musste sie sterben: „Ein psychisch hochlabiler 18-Jähriger mit einem derart erschreckenden Gewaltpotenzial ist leider auch das Ergebnis des Versagens der Politik in Sachen Spielerschutz und psychologischer Betreuung“, so Häusler.

Einmal mehr wird klar, dass eine besorgniserregende Entwicklung in unserer Gesellschaft Einzug hält: Unerkannte und offensichtlich sträflich unterschätzte und dadurch zu wenig behandelte psychische Probleme, die in viele Bereiche hineinspielen – und dann sogar unfassbare Konsequenzen bis hin zum Mord nach sich ziehen können. Auch durch die Corona-Zeit haben sich hier viele Entwicklungen gerade bei Jugendlichen verstärkt. Statt Gegenmaßnahmen zu setzen und Betreuungsangebote auszubauen, hat die Politik kaum darauf reagiert. Betroffen macht, dass hinter dem Mord die Spielsucht des psychisch labilen mutmaßlichen Mörders stecken soll. Wie in vielen anderen Bereichen versagen die verantwortlichen Stellen auch beim Spielerschutz und der psychologischen Betreuung betroffener Menschen, um zu vermeiden, dass sie überhaupt in so eine Situation kommen.

„Durch die Corona-Zeit haben sich viele Probleme gerade bei Jugendlichen verstärkt. Statt Gegenmaßnahmen zu setzen und Betreuungsangebote auszubauen, hat die Politik wenig bis gar nicht darauf reagiert.“
MFG OÖ-Jugendbeauftragte Dagmar Häusler

Bestes Beispiel ist ein aktuelles Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs, das Verbesserungen beim Spielerschutz bringt. Die Initiative ging aber nicht von der Politik aus, sondern von einer Privatperson, die sich aufgrund ihrer Spielsucht ins finanzielle persönliche Unglück stürzte: „Das zeigt einmal mehr, dass die Politik hier nicht handlungsfähig ist und meist spät oder gar nicht reagiert“, so Dagmar Häusler. Es brauche jetzt einen nachhaltigen Prozess, um ein Umdenken einzuleiten. Ganz besonders beim Spielerschutz gehören die Zügel „jetzt mehr und noch stärker denn je“ angezogen, so Häusler. Eine Sucht deutet immer darauf hin, dass damit andere Probleme kaschiert oder überdeckt werden sollen. „Es braucht jetzt auch eine umfassende Prüfung. Welche präventiven Maßnahmen könnten möglicherweise verhindern, dass ein bereits laut Medienberichten psychisch Auffälliger und deswegen sogar im Krankenstand befindlicher 18-Jähriger eine solch unfassbare Tat verübt?“


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