4. APCU-Sitzung setzte starke Impulse für offene Corona-Aufarbeitung

Medienmanipulation, Stimmungsmache und die tiefen Wunden der Corona-Jahre

Marchtrenk, 2. Juli 2026 – Mit großem Interesse und reger Beteiligung fand am Donnerstag, 2. Juli 2026, im Veranstaltungszentrum Trenks die 4. Sitzung des von der MFG OÖ initiierten außerparlamentarischen Corona-Untersuchungsausschusses (APCU) statt. Im Zentrum der Podiumsdiskussion standen Medienmanipulation, öffentliche Stimmungsmache und die bis heute spürbaren gesellschaftlichen Wunden der Corona-Jahre.

„Die Corona-Zeit hat gezeigt, wie schnell gesellschaftliche Debatten verengt und Menschen unter Druck gesetzt werden können. Gerade deshalb braucht es jetzt klare Worte, kritische Fragen und eine echte Aufarbeitung – nicht irgendwann, sondern jetzt“, betonte LAbg. Joachim Aigner, MFG-OÖ Landesparteiobmann. Der APCU wolle genau dazu einen Beitrag leisten: unterschiedliche Sichtweisen zulassen, offene Fragen diskutieren und eigene Haltungen kritisch hinterfragen.

Roland Düringer eröffnete die Diskussion mit pointiertem Humor und provokanter Selbstreflexion. Er lehnte pauschale Verurteilungen von „den Medien“, „den Virologen“ oder „den Modellierern“ ab. Stattdessen erinnerte er daran, dass überall Menschen handeln – getrieben von Eigennutz und Emotionen. „Objektive Berichterstattung gibt es nicht“, stellte Düringer klar. „Auch Sie“, sprach Düringer das Publikum direkt an, „nehmen Nachrichten nicht neutral auf, sondern mit einem bereits konditionierten Gehirn“. Die zentrale Frage sei nicht, wer unsere Meinung lenke, sondern die Erkenntnis: „Ich lenke meine Meinung selbst – und damit auch meine Emotionen.“ Er plädierte für echten Dialog auf Augenhöhe mit jenen, die anderer Meinung sind, und richtete diesen Appell auch ans Publikum. Düringer dankte ironisch dem ORF für dessen Rolle: „Sonst würden wir heute nicht hier sitzen. Es ist wahnsinnig viel in Bewegung.“ Die Leute vom ORF wüssten, dass es vorbei sei. „Es braucht sie niemand mehr.“ Düringer selbst schaut seit 30 Jahren nicht mehr ORF.

Reinhard Jesionek beleuchtete die Verflechtung von Medien, Finanzierung und staatlichen Kampagnen. Anhand persönlicher Erlebnisse schilderte er, wie tief die Erzählung von der schützenden Wirkung der Impfung in Teilen der Bevölkerung und auch bei Mitarbeitern des ORF verankert war. Er kritisierte die Abwicklung der „Österreich impft“-Kampagne über ORF und „Licht ins Dunkel“ als klassische PR-Maßnahme und warf Fragen zur Finanzierung und Abhängigkeit öffentlich-rechtlicher Medien auf. Die mangelnde Thematisierung der RKI-Files (der Protokolle des Krisenstabs des Robert Koch Instituts) sei kein Zufall, der ORF lebe eben vom Vertrauen der Zuschauer.

Mag. Alexander Todor-Kostic, LL.M., Rechtsanwalt, widmete sich der Rolle von Rechtsstaat und Justiz. Er attestierte eine schleichende Erosion der Gewaltenteilung, in der Medien als „vierte Gewalt“ früher investigativ aufgetreten seien und nun zum Teil des Machtapparats geworden seien. Er verwies auf die deutlich gestiegene Presseförderung von 2020 bis 2024. Aus Gesprächen mit Redakteuren wisse er, dass es in der Corona-Zeit Zooms mit dem Bundeskanzler gab und berichtete auch von „Stallorders“ an die Medien. Todor-Kostic sprach von einer „Gleichschaltung“ in den Medien, die seiner Ansicht nach indirekter Zensur gleichkomme. Es sei kein Wunder, dass die NZZ pointiert davon sprach, die Medien hätten sich von der „vierten Gewalt in die geschmierte Gewalt“ gewandelt. Todor-Kostic kritisierte die Instrumentalisierung der Bundesstelle für Sektenfragen als Zensurinstrument. Die Bezeichnung kritischer Stimmen als „Schaltstelle der Gesundheitsdesinformation“ zeige vor allem eines: argumentative Erschöpfung auf Seiten der Verantwortlichen.

Schnipes aka Tom lieferte schließlich eine faktenreiche chronologische Aufbereitung zentraler Ereignisse. Er verwies auf frühe Erkenntnisse, wonach Kinder keine wesentlichen Pandemietreiber gewesen seien und auch Kinderkliniken von keinen Komplikationen berichteten, auf die laut Rechnungshof-Daten geringste Krankenhausauslastungen seit Jahrzehnten im Jahr 2020 und auf zahlreiche dokumentierte politische Einmischungen in wissenschaftliche Empfehlungen, welche sich nach seiner Recherche aus den freigeklagten Krisenstabsprotokollen des RKI für Deutschland herleiten lassen. Auch Österreich habe – von ihm im Gespräch mit dem damaligen Gesundheitsminister Anschober dokumentiert – bereits ab März 2020 Einblick in die Krisenstabsprotokolle des RKI gehabt. Besonders erschütternd: In deutschen Krankenhäusern starben hunderttausende Menschen unter den Maßnahmen allein – darunter auch Kinder. „Es darf sich nie mehr wiederholen.“

„Die Corona-Zeit hat tiefe Spuren in unserer Gesellschaft hinterlassen. Eine umfassende Aufarbeitung lebt davon, unterschiedliche Sichtweisen zuzulassen, offene Fragen zu diskutieren und auch die eigene Haltung immer wieder kritisch zu hinterfragen. Genau dazu wollte der APCU einen Beitrag leisten“, so LAbg. Joachim Aigner, MFG-OÖ Landesparteiobmann.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass eine echte Aufarbeitung der Corona-Jahre nicht nur Vergangenheitsbewältigung, sondern eine dringende gesellschaftliche Notwendigkeit ist. Der APCU wird seine Reihe fortsetzen und weitere Aspekte kritisch beleuchten.

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