Zeit mit dem eigenen Kind ist kein Luxus
Die jetzt veröffentlichten Zahlen des Monitoring-Berichts der Statistik Austria für Oberösterreich zeigen, dass das Angebot bei den Kindergartenkindern deutlich größer ist als die Inanspruchnahme. So könnten fast 90 Prozent der Kindergartenkinder bis 16 Uhr betreut werden. Von diesem Angebot machen aber nur 14 Prozent der Eltern tatsächlich Gebrauch.
Häusler: Bedürfnis vieler Eltern nach Zeit und Zuwendung mit dem eigenen Kind ist zu respektieren
„Bevor jetzt wieder der politisch-ideologisch motivierte Katzenjammer losbricht, sollte einmal zur Kenntnis genommen werden, dass sich 86 Prozent der Eltern offenbar gegen eine Fulltime-Kinderbetreuung von frühmorgens bis 16:00 Uhr entscheiden. Diese Gründe kann ich als zweifache Mutter gut verstehen, denn man entscheidet sich nicht für Kinder, um Kleinkinder von Montag bis Freitag täglich acht Stunden lang in Betreuungseinrichtungen wegzuorganisieren.
Mit dieser intensiven Fremdbetreuung sind gerade unter Dreijährige oft überfordert, nicht alle Kleinkinder kommen mit für sie großen, lauten Krabbelgruppen und stundenlanger Fremdbetreuung zurecht“, sagt MFG-Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler.
Häusler: Sollten uns an der realen Bedürfnislage orientieren
Häusler fordert, mehr über den Wert der Wahlfreiheit und das Bedürfnis von Eltern nach Zeit mit ihren Kleinkindern zu sprechen – alles andere geht an der realen Bedürfnislage vorbei.
„Statt Eltern ständig auszurichten, sie hinkten bei der Fremdbetreuung hinterher und sollten ihre Kleinkinder doch endlich zum Wohle der eigenen Erwerbstätigkeit ganztags in Krabbelstuben abgeben, sollten wir deren Bedürfnisse nach Zeit und Zuwendung respektieren“, sagt Dagmar Häusler.
MFG fordert eine Qualitätsoffensive und kleinere Gruppengrößen
Der Jungvater und MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner möchte eine Diskussion über eine Qualitätsoffensive in den Kinderbetreuungseinrichtungen anstoßen. In OÖ ist in Krabbelgruppen (unter 3 Jahren) erst ab 7 Kindern eine zweite verpflichtende Zusatzkraft erforderlich. Die maximale Gruppengröße liegt bei Krabbelgruppen bei 10 Kindern mit Zusatzkraft. Im Kindergarten (3 Jahre bis Schuleintritt) ist eine zweite verpflichtende Zusatzkraft erst ab 21 Kindern vorgesehen. Die maximale Gruppengröße liegt hier bei 25 Kindern mit Zusatzkraft. Beispiel Dänemark: Üblicherweise gilt dort im Schnitt ein Personalschlüssel von 1 pädagogischen Fachkraft pro 3 Kinder zwischen 0 und 2 Jahren. Im Kindergarten (3 bis 5 Jahre) liegt der Personalschlüssel im Schnitt bei 1 Fachkraft pro 6 Kinder.
Krautgartner: „Reden wir über gesunde Verpflegung im Kindergarten!“
„Der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung wurde jahrelang ebenso verschlafen wie die Reform der elementarpädagogischen Ausbildung. Wer über Qualität spricht, muss auch über gesundes, biologisches Kindergartenessen mit regionalen Produkten nachdenken. Stattdessen steckt Landesrätin Haberlander den Kopf in den Sand, während die Gemeinden auf aufgewärmtes Convenience Food setzen“, sagt Manuel Krautgartner.
MFG steht für eine Alternative Politik in Österreich, die das Wohl der Kinder, die Entscheidungskraft der Eltern und die Qualität der Betreuungseinrichtungen in den Mittelpunkt stellt.
Rückfragehinweis:
MFG Oberösterreich
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