MFG fordert Ende der Selbstbedienungsmentalität in der Wirtschaftskammer
Die MFG kritisiert die jüngste Gehaltserhöhung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) um 4,2 Prozent als „völlig falsches Signal“. In einer Zeit, in der viele Unternehmen ums Überleben kämpfen und kaum wissen, wie sie Energie-, Lohn- und Standortkosten stemmen sollen, genehmige sich die Kammer ein kräftiges Plus – finanziert durch Pflichtbeiträge ihrer Mitglieder.
„Wenn die Wirtschaftskammer wirklich für die Unternehmer da wäre, hätte sie ein Beitragserleichterungspaket für ihre Mitglieder beschlossen, anstatt sich selbst zu bereichern“, sagt LAbg. Joachim Aigner. „Das wäre ein Zeichen von Solidarität, nicht von Selbstbedienung.“
Die WKÖ versucht die Kritik zu entkräften, indem sie die Erhöhung als automatische Anpassung nach einer fixen Formel bezeichnet. Für Aigner ist das eine billige Ausrede: „Ob man es Formel oder Beschluss nennt, ändert nichts daran, dass sich die Kammer selbst belohnt, während viele ihrer Mitglieder ums Überleben kämpfen. Das hat mit Verantwortung nichts zu tun.“
Die MFG fordert einmal mehr einen Systemwechsel: Weg von der Zwangsmitgliedschaft, hin zu einer freiwilligen Interessenvertretung, die sich ihren Mitgliedsbeitrag verdienen muss. „Diese Struktur zementiert ein überholtes System, das einst von der großen Koalition geschaffen wurde, um politische Netzwerke zu sichern und parteinahe Posten zu erhalten. Damit stärkt man nicht die Wirtschaft, sondern nur die Apparate“, so Aigner.
„Die Löhne für die Kammermitarbeiter sind nicht das Problem, wohl aber die Schieflage im System“, betont Aigner. „Wenn sich die Wirtschaftskammer eine kräftige Erhöhung leisten kann, dann muss sie auch ihren Mitgliedern etwas zurückgeben. Ein beitragsfreies Jahr für alle Mitgliedsbetriebe wäre das mindeste Zeichen von Fairness.“
Für die MFG steht fest: Wer echten Unternehmergeist fördern will, muss Schluss machen mit Zwangsbeiträgen und Selbstbedienung.
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