„Eh alles gut“ reicht nicht – MFG unterstützt Forderung nach offener Diskussion mit Fachleuten
In der heutigen Ausschussrunde des Oö. Landtags stand ein Antrag der NEOS-Fraktion mit dem Titel „Maßnahmen gegen Lehrabbrüche in Oberösterreich – Ausbildung sichern, Fachkräfte halten, Betriebe stärken“ auf der Tagesordnung. Der Antrag forderte die Landesregierung auf, konkrete Schritte zur Senkung der hohen Lehrabbruchsquote zu setzen und dabei WKO, AMS, Lehrlinge, Ausbildner sowie weitere Praktiker einzubeziehen.
Wenn junge Menschen aufgeben, braucht es ehrliche Antworten
Vorgeschlagen wurden unter anderem eine intensivere Berufsorientierung in Schulen, verbesserte Coachings für Lehrlinge, ein Ausbau psychosozialer Unterstützungsangebote sowie eine gezielte Weiterbildung von Ausbildnern. Die MFG unterstützte in der Sitzung den Vorschlag, den Antrag vorerst zurückzustellen, um ihn in einer der kommenden Runden mit Fachleuten und Praktikern umfassend zu diskutieren. Dieser konstruktive Zugang wurde von Schwarz-Blau vehement abgelehnt.
„Es geht hier um die Zukunft junger Menschen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe. Das darf man nicht mit einem Achselzucken abtun“, betont LAbg. Joachim Aigner.
„Schwarz-Blau begnügt sich damit zu behaupten, dass ohnehin alles bestens laufe und dass man ohnehin schon so viel mache. Als Beleg wird immer wieder die duale Ausbildung hervorgehoben, die zweifellos ein Erfolgsmodell ist – aber eben nicht alle Probleme löst. Wenn ein Viertel der Lehrverhältnisse vorzeitig endet, dann läuft nicht alles bestens, und es wird nicht genug getan. Hier einfach auf Durchzug zu schalten, ist verantwortungslos.“
Zuhören, verstehen, handeln
Darüber hinaus weist die MFG auf einen eklatanten Unterschied in der öffentlichen Wahrnehmung hin: „Während Maturanten jedes Jahr große mediale Aufmerksamkeit bekommen, gehen Lehrlinge und ihre Leistungen in der Öffentlichkeit fast völlig unter. Wer jungen Menschen Wertschätzung entgegenbringen will, darf Lehrlinge nicht länger als ‚Schüler zweiter Klasse‘ behandeln. Auch hier braucht es ein Umdenken“, so MFG-Klubobmann Manuel Krautgartner.
MFG fordert ehrlichen Diskurs statt politischem Abwinken
Kritik übt die MFG auch an einem politischen Muster: „Dieses Abwinken zieht sich durch die gesamte schwarz-blaue Politik im Landtag. Anstatt Themen ernsthaft zu debattieren, wird regelmäßig behauptet, dass ohnehin schon genug getan werde. Mit dieser Selbstzufriedenheit blockiert man Lösungen, noch bevor sie überhaupt diskutiert sind. So verhindert man Fortschritt – und das können wir uns angesichts der Herausforderungen nicht leisten“, unterstreicht Krautgartner.
Die MFG sieht es als Aufgabe der Politik, Themen, die die Lebensrealität der – auch und vor allem jungen – Menschen und die wirtschaftliche Zukunft des Landes direkt betreffen, sachlich und faktenbasiert zu diskutieren.
„Wir wollen keine Politik des Abwinkens, sondern eine Politik des Hinhörens“, so Krautgartner abschließend.
„Es braucht den Mut, Probleme offen zu benennen und gemeinsam mit Fachleuten und Betroffenen Lösungen zu erarbeiten. Alles andere ist Diskursverweigerung.“
Rückfragehinweis:
MFG Oberösterreich
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