
Das Mercosur-Abkommen stellt sämtliche, gerade die Landwirtschaft belastende Standards, in Frage. Das Mercosur-Abkommen steht sinnbildlich für eine Politik, die die europäische und oberösterreichische Landwirtschaft systematisch schwächt. Während Bauern in der EU mit immer neuen Auflagen, Kontrollen und Kosten belastet werden, öffnet dieses Abkommen gleichzeitig den Markt für Agrarprodukte aus Drittstaaten, die nicht unter denselben Produktionsauflagen erzeugt werden. Das ist widersprüchlich und für viele Betriebe existenzbedrohend.
Bei uns in Oberösterreich erfüllen landwirtschaftliche Betriebe hohe Anforderungen bei Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz, Pflanzenschutz, Dokumentation und Flächenbewirtschaftung. Diese Maßnahmen werden politisch eingefordert und führen zu massiven Mehrkosten und Mehraufwand. Wenn jedoch parallel dazu Fleisch, Zucker oder Futtermittel aus dem Mercosur-Raum importiert werden dürfen, die unter deutlich niedrigeren Standards produziert wurden, wird der Sinn dieser Auflagen konterkariert.
Hinweis zum Verfahrensstand: Das Abkommen ist noch nicht in Kraft – vor der Wirksamkeit fehlen noch formelle Zustimmungen, insbesondere im Europäischen Parlament und in den Mitgliedstaaten.
“Wer heimische Bauern zu immer strengeren Vorgaben verpflichtet, muss sie zugleich vor unfairer Konkurrenz schützen. Genau das leistet das Mercosur-Abkommen nicht”, so LAbg. Joachim Aigner, MFG-OÖ Landesparteiobmann.
Das Abkommen verschärft den Preisdruck auf sensible Agrarmärkte. Es fördert industrielle Massenproduktion und lange Transportwege, während regionale Kreisläufe und bäuerliche Familienbetriebe, wie sie gerade auch in Oberösterreich vorherrschen, unter die Räder kommen. Dies hat einen steigenden Strukturwandel, noch mehr Schließungen von Höfen und wachsende Abhängigkeit von globalen Märkten zur Folge.
Aigner kritisiert weiter: „Diese Form der Globalisierung nutzt internationalen Konzernen – nicht den bäuerlichen Betrieben und nicht den Konsumenten.”
Die MFG steht klar an der Seite der österreichischen Bauern. „Wir lehnen Handelsabkommen ab, die hohe heimische Standards untergraben und bäuerliche Betriebe der globalen Billigkonkurrenz ausliefern. Notwendig sind regionale Versorgungssicherheit, Schutz vor unfairen Importen und eine Landwirtschaftspolitik, die Eigenständigkeit statt Abhängigkeit fördert“, so auch LAbg. Manuel Krautgartner, MFG-OÖ Klubobmann.
Wenn die EU nicht bereit ist, faire Spielregeln durchzusetzen und heimische Produzenten wirksam zu schützen, muss auch die grundsätzliche Frage gestellt werden, ob dieser Weg noch im Interesse Österreichs liegt. „Wenn Brüssel immer mehr Kompetenzen an sich zieht und Österreich dabei Schritt für Schritt Souveränität verliert, darf der ÖXIT kein Denkverbot mehr sein. Wir brauchen wieder ein Europa der Nationen statt eines zentralistischen EU-Überstaats“, so Aigner abschließend.
Mercosur ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt für Österreichs und Oberösterreichs Landwirtschaft und Konsumenten. Wer hohe Standards fordert, muss sie auch im Handel durchsetzen – alles andere ist unglaubwürdig und unfair.
Rückfragehinweis:
MFG Oberösterreich
(+43 732) 7720 – 17402
presse-ooe@mfg-oe.at
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