ME/CFS betrifft auch in Oberösterreich tausende Menschen – viele davon schwer krank, ar-beitsunfähig oder sogar haus- beziehungsweise bettgebunden. Trotzdem fehlt es bis heute an ausreichender Versorgung, spezialisierten Anlaufstellen und öffentlicher Aufmerksamkeit. Am heutigen Internationalen ME/CFS-Tag fordert die MFG konkrete Unterstützung für Betroffene statt bloßer Ankündigungen.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Österreich rund 70.000 bis 80.000 Menschen an ME/CFS leiden. Für Oberösterreich wird von rund 12.000 Betroffenen ausgegangen. Viele sind arbeitsunfähig, manche sogar haus- oder bettgebunden. Trotzdem wurden diese Menschen über Jahre weitgehend alleine gelassen.
„ME/CFS ist keine Randerscheinung und keine Einbildung. Viele Betroffene verlieren von einem Tag auf den anderen ihr bisheriges Leben – und werden dann auch noch mit endlosen Arztwegen und mangelnder Unterstützung allein gelassen“, erklärt LAbg. Dagmar Häusler, BSc.
Die MFG hat bereits früh auf die massive Versorgungslücke bei ME/CFS aufmerksam gemacht und im Oö. Landtag konkrete Maßnahmen sowie eine spezialisierte Fachambulanz für Betroffene gefordert. Bereits 2024 brachte die MFG im Oö. Landtag einen Initiativantrag für die Einrichtung einer kombinierten Fachambulanz für ME/CFS-Betroffene, Impfgeschädigte („Post Vac“) sowie Menschen mit schweren postviralen Erkrankungen ein.
„Während man während der Pandemie jede kritische Diskussion möglichst unterdrücken wollte, kämpfen viele Betroffene bis heute um Anerkennung und medizinische Hilfe. Genau deshalb haben wir früh gefordert, dass Menschen mit gesundheitlichen Langzeitfolgen – unabhängig davon, ob diese durch Infektionen oder Impfungen entstanden sind – endlich ernst genommen und medizinisch entsprechend versorgt werden“, so Häusler.
LAbg. Manuel Krautgartner, MFG-OÖ Klubobmann, sieht vor allem die menschliche Dimension der Erkrankung viel zu wenig beachtet: „Viele Betroffene verlieren ihren Beruf, ihre soziale Teilhabe und oft ihr gesamtes bisheriges Leben. Dass Menschen mit einer derart schweren Erkrankung noch immer um Verständnis und Hilfe kämpfen müssen, ist ein gesundheitspolitisches Armutszeugnis.“
Auch LAbg. Joachim Aigner, MFG-OÖ Landesparteiobmann, fordert eine ehrliche Aufarbeitung der Pandemiepolitik: „Wer während der Pandemie Grundrechte eingeschränkt, kritische Stimmen ausgegrenzt und jede offene Debatte verhindert hat, darf die gesundheitlichen Langzeitfolgen heute nicht einfach ignorieren. Eine freie Gesellschaft muss auch bereit sein, Fehler aufzuarbeiten und Betroffenen ehrlich zuzuhören.“
Besonders kritisch sieht die MFG, dass viele Betroffene noch immer lange Diagnosewege, mangelnde Versorgung und fehlendes Wissen im Gesundheitssystem erleben. Hausbesuche, Telemedizin und spezialisierte Betreuung seien für viele Erkrankte essenziell, würden aber weiterhin fehlen.
Die MFG fordert daher:
- eine rasche und konkrete Umsetzung der angekündigten spezialisierten Versorgungseinrichtung in Oberösterreich,
- ausreichende personelle und fachliche Ausstattung,
- mehr Forschung und Datenerhebung zu ME/CFS und Post-Vac-Fällen,
- bessere Unterstützung für schwer betroffene Patienten und deren Angehörige,
- sowie eine ehrliche Aufarbeitung der gesundheitlichen Langzeitfolgen der Pandemiepolitik.
„Viele Betroffene kämpfen seit Jahren um Anerkennung, Unterstützung und medizinische Versorgung. Es darf nicht bei symbolischen Ankündigungen bleiben. Jetzt braucht es konkrete Hilfe, spezialisierte Strukturen und endlich ein Gesundheitssystem, das diese Menschen ernst nimmt“, betont Häusler abschließend.
